Technik

Reparieren Sie ihr Haushaltsgerät selbst

Wenn dem Gerät die Puste ausgeht

Wenn ein Gerät anfängt laut zu klappern, Fehlfunktionen aufweist oder sich ganz einfach „tot stellt“, dann ist die Diagnose schnell gestellt: Das Gerät ist kaputt. Angesichts sehr preiswerter Neugeräte liegt die Versuchung nahe, gleich die ganze Maschine auszutauschen. Der Preis für fachmännische Reparaturen kommt meist nah an einen Neukauf heran, so dass der Austausch des kompletten Geräts meist sinnvoller erscheint. Aber was ist, wenn der Defekt mit wenigen Handgriffen selbst behoben werden kann? Mit ein wenig Wissen rund um die Reparatur von Haushaltsgeräten kann man bares Geld sparen.

Am Anfang steht die Diagnose

Zuallererst: Starten Sie nur einen Reparaturversuch, wenn die Garantie bzw. Gewährleistung für ein Gerät abgelaufen ist. Die Gehäuse von Geräten sind in der Regel versiegelt. Wenn Sie das Siegel durch Öffnen des Geräts zerstören, ist die Garantie erloschen!

Wenn das Gerät laut klappert, knackt, merkwürdig vibriert oder Türen klemmen, dann liegt ein mechanischer Defekt vor.
Wenn das Gerät nicht funktioniert, merkwürdige Leuchtsignale anzeigt oder keinen Mucks von sich gibt, dann stimmt etwas mit der Elektrik oder der Elektronik nicht.
Elektrische Geräte haben heute – von der Mikrowelle bis zur Waschmaschine – zumeist eine digitale Anzeige. Im Fall eines elektrischen oder elektromechanischen Defekts wird dort häufig ein Fehlercode angezeigt. Dieser Fehlercode lässt sich über das Internet recherchieren oder direkt beim Hersteller nachfragen.

Falls kein Fehlercode vorliegt, können Sie dennoch den Fehler vor dem Reparaturversuch im Internet recherchieren. Geben Sie dazu einfach die genaue Typbezeichnung Ihres Geräts mit einer exakten Beschreibung in eine Suchmaschine ein. Beispiel: „Spülmaschine Marke XYZ Typ ABC klappert laut beim Pumpen“. Meistens sind diese Fragen schon einmal gestellt und diskutiert worden. So grenzen Sie die Ursache Ihres Defekts ein und können gezielter suchen.

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Immer beim Stecker beginnen

Wenn das Gerät gar nicht mehr reagiert, prüfen Sie zunächst das Stromkabel. Sofern es abnehmbar ist, können Sie durch eine Prüfung das Kabel als Fehlerquelle ausschließen. Dazu tauschen Sie das Kabel gegen das eines anderen Gerätes mit gleicher Steckergeometrie aus. Wenn kein gleicher Stecker vorhanden ist, müssen Sie das Kabel auf Durchgang und Funkion prüfen. Sie benötigen Sie ein Multimeter (ab ca. 8 Euro). Ein KFZ-Batterieladegerät mit einer Ausgangsspannung kann die Fehlersuche etwas komfortabler gestalten. Schließen Sie die Steckerseite mit Hilfe der Zangen des Ladegeräts an. Stellen Sie anschließend den Messbereich des Multimeters auf 200 V, damit haben Sie die 12 V Ausgangsspannung des Ladegeräts abgedeckt. Mit den Messspitzen können Sie nun gefahrlos auf der Ausgangsseite des Kabels die Spannung messen. Obwohl Sie auch direkt an 220 V messen könnten, wird dies Laien jedoch dringend abgeraten. Der Trick mit dem KFZ-Batterieladegerät macht den Reparaturversuch jedoch sicher. Er hat aber auch seine Grenzen.

Niemals unter Strom am offenen Gehäuse!

Reparatur-Profis verwenden zur Fehlersuche unter Strom spezielle Netzteile, welche die Gefahr eines elektrischen Schlages weitestgehend ausschließen. Wenn Sie keinen solchen Trenntransformator besitzen, ist das Prüfen eines unter Strom stehenden Gerätes für Sie lebensgefährlich!

Öffnen Sie niemals ein Gehäuse von einem Gerät, das noch unter Strom steht! Der Trick mit dem Batterieladegerät ist das Äußerste, was Sie als Laie wagen können! Er funktioniert aber nur bei einfachen Durchgängen ohne Widerstände: Stromleitungen, Schalter und Stecker, die nicht an eine komplexe Steuerungselektronik angeschlossen sind, geben die eingespeiste Spannung des Ladegeräts im Idealzustand ohne Widerstand durch. Mit dieser definierten 12/24 Volt Spannung des Ladegeräts können Sie arbeiten, ohne sich der Gefahr eines Schlags auszusetzen. Steuerungsplatinen können Sie damit aber nicht prüfen, da diese eine definierte Eingangsspannung benötigen. Haben Sie einen defekten Schalter ermitteln können, bietet ein Service Assistent eine große Hilfe beim Bestellen des Ersatzteils.

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Recherchiertes Wissen anwenden

Gehen Sie beim Öffnen vorsichtig vor und achten Sie auf Kunststoffnippel, die leicht abbrechen können. Bei mechanischen Defekten können Sie nun durch die Anhaltspunkte aus der Recherche gezielt vorgehen. Waschmaschinen hängen sich beispielsweise gerne einmal an der Trommel aus oder Antriebsriemen können durchrutschen. Trommeln kann man wieder einhängen und Treibriemen lassen sich spannen. Ebenso charakteristisch bei motorbetriebenen Geräten wie Küchenmaschinen, Wäschetrocknern oder Waschmaschinen, sind gelöste Steckerverbindungen im Innern. Wenn etwas nicht zusammen steckt, was offensichtlich zusammen gehört, ist der Fehler zumeist schon gefunden. Auch der Wechsel von Motorkohlen, Heizstäben oder Wasserpumpen – typische Defekte einer Waschmaschine – lässt sich durch einen einfachen und preiswerten Austausch beheben.

Das Reparieren von Haushaltsgeräten kann zu einem echten Hobby werden, welches viel Spaß macht. Neben dem Sparen von viel Geld erlangen Sie eine Menge Wissen um die Funktionsweise von elektrischen Geräten. Davon kann man nie genug haben.

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