Handwerk

Ordnung in der Werkzeugkiste – In 3 Schritten langfristig Ordnung schaffen

Ob Hobby- oder Profiheimwerker, nichts ist schöner als produktiv und kreativ zu arbeiten. Aber Chaos in der Garage, im Keller oder im Werkzeugschuppen bedeutet für den Heimwerker meist, dass das eigene Werkzeug nicht mehr auffindbar ist. Wer kennt es nicht, man möchte nur schnell einmal ein Regal anbringen, etwas ausmessen oder auseinandernehmen, aber man hat seinen Akkuschrauber verlegt oder findet seinen Zollstock nicht und wo sind eigentlich der Schlitzschraubendreher und die Kneifzange geblieben? Spätestens jetzt heißt es: Die Werkstatt muss endlich aufgeräumt werden.

Vor der Aufräumaktion lohnt sich also die Frage: Wieviel Zeit wurde im letzten Jahr für das Suchen von fehlenden Werkzeug aufgewendet? Nicht mehr auffindbare Zangen, herumliegende Kabel, ein Durcheinander bei den Schrauben, das nervt, kostet Zeit und muss nicht sein. Es ist tatsächlich möglich alles so aufzubewahren, dass man jeden Hammer und jede Schraube sofort findet.

Schritt 1: Alles auf den Boden ausbreiten und aussortieren

Das vernünftigste Aufbewahrungssystem nützt nichts, wenn man Hammer, Schrauben und Dübel zusammen mit der defekten Bohrmaschine und Opas verrosteten Nägeln inmitten von Staub- und Holzresten und nicht mehr zu gebrauchenden Metallstücken und anderen Bauresten aufbewahrt. Auch wenn man meint, das könnte man womöglich nochmal gebrauchen. Doch wo anfangen? Am besten nimmt man sich viel Zeit, räumt alles komplett aus und legt es vor sich hin, um sich bewusst zu machen, wieviel Werkzeug, wieviel Kleinteile und wieviel Müll man eigentlich besitzt.
Was ist defekt? Was besitzt man gleich in doppelter oder dreifacher Ausführung? Jetzt kann man überlegen, ob man wirklich tausende Schrauben, drei Wasserwagen und vier Bügelsägen in ähnlichen Dimensionen benötigt oder ob man das lieber weggeben möchte. Altes, was nichts mehr taugt, sollte gegen Neues ersetzt werden. Vielleicht lohnt sich sogar der Gang zum Schrotthändler, der einen das Altmetall gerne abnimmt. Defekte Akkus und Altbatterien sollten fachgerecht entsorgt werden und gegen neue kompatible Ersatzakkus ausgetauscht werden. Achtung: Beim Ausräumen kommt es schnell zu einer beträchtlichen Staubentwicklung! Hausstauballergiker sollten einen Mundschutz tragen, zwischendurch Lüften oder an die frische Luft gehen.

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Schritt 2: Sortieren – Alles hat einen festen Platz

Das Hauptproblem ist, dass vieles genutzt, aber nach dem Arbeiten nicht wieder an seinen festen Platz zurückgeräumt wird. Hier bietet es sich zur eigenen Motivation an, eine übersichtliche DIY-Werkzeugwand oder ein individuelles Regalsystem zu bauen oder sich andere professionelle Aufbewahrungssysteme zuzulegen. So hat man in Zukunft alles griffbereit. Das Werkzeug und die Kleinteile sollten nach Kategorien geordnet werden. Damit auch jedes Familienmitglied die jeweiligen Arbeitsgeräte wieder an seinen richtigen Platz zurück hängt, kann man den Umriss der jeweiligen Arbeitsgeräte mit einem Edding nachzeichnen. Entscheidet man sich für ein geschlossenes Schubladensystem können Post-its helfen, schon von außen zu sehen, was sich innen befindet. Für Kleinteile wie Stifte, Klebeband, Muttern und Schrauben bieten sich kleinen Boxen aus Kunststoff oder alte Marmeladengläser an.

Schritt 3: Sicherheit geht vor

Elektrische Werkzeuge sind empfindlich und so sollten Akkuschrauber, Bohrer und Ladegeräte trocken außerhalb von Staub und Feuchtigkeit aufbewahrt werden. Werkzeug, das nach dem Benutzen wieder an einen sauberen Ort weggelegt wird und nicht ständig von A nach B verschoben wird, hält deutlich länger. Aufräumen hilft auch Unfälle zu vermeiden. Wer kleine Kinder im Haus hat, sollte Hammer, Säge, Messer und Co außerhalb ihrer Reichweite aufbewahren. Wer eine aufsichtspflichtige Person ist, muss darauf achten, dass die Kinder nicht zu Schaden kommen und auch keine Dritten schädigen. In einer aufgeräumten heimischen Werkstatt kann der Nachwuchs am besten den Umgang mit Werkzeugen und Geräten lernen und auf bestehende Gefahren hingewiesen werden.
Im Idealfall geht nach dem Aufräumen nichts mehr verloren, denn alles sollte da sein, wo es hingehört. Dank der Sicherheitsmaßnahmen und der neuen Ordnung wird es auch zu weniger Verletzungen kommen und man fühlt sich gleich wieder wohler und hat mehr Spaß daran, ein neues Projekt anzugehen.

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