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Kleine Berufsberatung: So finden Sie heraus, ob ein technischer Beruf etwas für Sie ist

Nicht jeder will den lieben langen Arbeitstag am Computer sitzen. Neben den kaufmännischen gehören die technischen Berufe zu den beliebtesten Ausbildungsberufen in Deutschland. Im Durchschnitt entscheidet sich jeder fünfte Azubi für einen technischen Beruf. Ausbildungen werden vor allem im Handwerk und in der Industrie angeboten. Doch auch in anderen Branchen, wie der Landwirtschaft oder dem öffentlichen Dienst, werden technische Berufe ausgebildet. Wer etwas Handfestes sucht, der könnte bei einem technischen Beruf genau richtigliegen. Die folgenden Überlegungen sollten Sie jedoch bei der Ausbildungswahl beachten.

Was sollte man für die Ausbildung in einem technischen Beruf mitbringen?

Ein gutes Grundverständnis für technische Zusammenhänge und vor allem ein großes Interesse an Technik, Elektronik und Mechanik ist eine Grundvoraussetzung für technische Berufe. Wer schon im Physikunterricht in der Schule Schwierigkeiten hat, für den sind diese Ausbildungsgänge möglicherweise nicht optimal. Minimalvoraussetzung für Ausbildungsgänge in technischen Berufen ist in der Regel ein Hauptschulabschluss.

Allerdings sind gute Lehrstellen begehrt und auch viele Abiturienten machen so eine Ausbildung. Je höher der Schulabschluss, desto besser werden daher die Chancen, im Wunschbetrieb einen Platz zu erhalten. Nach der Ausbildung bieten die technischen Berufe eine Vielzahl an Beschäftigungsfeldern, wie ein Blick in die Stellenangebote in dieser Kategorie beweist.

Welche technischen Berufe gibt es und wie sieht die Ausbildung aus? Drei Beispiele.

Mechatroniker – zwischen Tradition und Zukunft

Der Klassiker unter den technischen Berufen ist der Mechatroniker. Seit 1998 ist das ein Ausbildungsberuf. Das Wort setzt sich zusammen aus Mechaniker und Elektroniker. Mechatroniker kommen in der Praxis in unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz. Sie kümmern sich zum Beispiel um Autos oder Baumaschinen oder arbeiten im Schiffs- und Flugzeugbau oder im Feingerätebau. Moderne Maschinenanlagen lassen sich ohne Mechatroniker kaum noch bedienen. Der Mechatroniker wartet die Maschinen und kümmert sich um die Feinjustierung. Dabei sind Mechatroniker Allrounder, die sich mit Informatik genauso gut auskennen, wie mit Hydraulik oder Pneumatik. Die spezialisierten Berufe Elektroniker und Mechaniker gibt es daneben allerdings immer noch.

Die Anforderungen an Lehrlinge in diesem Beruf sind hoch. Die Ausbildung in Betrieb und Berufsschule dauert dreieinhalb Jahre und umfasst eine mechanische Grundausbildung, Elektrotechnik, Kenntnisse aus der Metallbearbeitung wie Bohren, Fräsen, Löten und in der Theorie die Fächer Physik, Mathe, Politik und Deutsch.

Chirurgiemechaniker – mit ruhiger Hand

Ein anderer spannender Beruf aus dem technischen Bereich ist der Chirurgiemechaniker. Er sorgt für das richtige Werkzeug, das Ärzte bei Operationen oder Untersuchungen benötigen. Chirurgiemechaniker stellen entsprechende Werkzeuge und Instrumente wie etwa Operationsbesteck her. Dazu ist die Verarbeitung unterschiedlicher Metalle per Hand und mit Maschinen erforderlich. Chirurgiemechaniker kümmern sich aber auch um Wartung und Reparatur der Instrumente.

In der Ausbildung lernen die Lehrlinge unter anderem, wie Werkstücke gehärtet und Bauteile zusammenfügt werden. Die Ausbildung dauert in der Regel ebenfalls dreieinhalb Jahre. Rein rechtlich gibt es für den Beruf keine schulischen Voraussetzungen. Die meisten Azubis haben einen Hauptschul- oder Realschulabschluss.

Müller – traditionelles Handwerk heute

Es gibt sie noch, die ganz traditionellen Berufe. Ein etwas klassischerer Beruf aus dem technischen Bereich ist der Müller bzw. die Müllerin. Heutzutage heißt der Beruf auch häufig ,,Verfahrenstechnologe in der Mühlen- und Futtermittelwirtschaft“. Hauptaufgaben des Müllers sind die Bedienung, Überwachung und Reparatur von Maschinen sowie die Herstellung von Mehl, Futtermitteln und Gewürzpulvern. Der Müller muss dabei die Arbeitsabläufe sorgsam planen und die Produktionsanlagen entsprechend der Auftragslage hochfahren. Auch die Lagerung der gewonnenen Produkte muss überwacht werden. Dazu gehören Fragen der Schädlingsbekämpfung und Verpackung.

Die Ausbildung in Mühlen oder großen Bäckereien dauert drei Jahre. Eine schulische Voraussetzung gibt es rein rechtlich nicht. Die meisten Betriebe setzen aber zumindest einen mittleren Schulabschluss voraus.

Wenn Sie weitere Inspiration zum Thema suchen, finden sie hier eine interessante Liste mit über 140 Berufen im Bereich technische Berufe.

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