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Effektive und kreative Meetings durch die Six Thinking Hats

Projektbesprechungen und Konferenzen werden sehr oft von Wortführern dominiert, wodurch eine tatsächliche Diskussion verhindert wird. Mit der Six Thinking Hats Methode hingegen werden kreative Ergebnisse erzielt und gleichzeitig Zeit gespart.

Um neue Ideen weiter zu entwickeln, ist eine ausführliche Kommunikation unerlässlich. Das kostet Zeit, allerdings Zeit, die als Investition gesehen werden muss. Dementsprechend kann eine vernünftige Zeitersparnis nur erwünscht sein.

Mit der Six Thinking Hats Methode kann eine Zeitersparnis von bis zu 50 % realisiert und gleichzeitig das intellektuelle und kreative Potenzial um rund 30 bis 50 % angehoben werden. Je nach Zielsetzung sind schon innerhalb der ersten 30 Minuten Lösungen möglich. Kreativtechniken besitzen zudem den Vorteil, dass nicht in Schwarz-Weiß-Mustern gedacht und auch nicht nach Recht oder Unrecht gesucht wird. Genauso wenig gilt nur „eine“ Wahrheit.

Der Ursprung und die Technik der Six Thinking Hats Methode

Im Jahr 1986 entwickelte der Kreativitätsforscher Edward de Bono diese Art der Diskussionsführung. Seine Studien in Medizin und Psychologie, er promovierte im Jahr 1969 in Cambridge, bildeten die Grundlagen zur Entstehung dieser Technik.

Bei Six Thinking Hats nehmen die Diskussionsteilnehmer jeweils eine Rolle ein. Jede Rolle, symbolisiert durch einen Hut mit einer bestimmten Farbe, steht für eine Denkweise. Nacheinander sind die Diskussionsteilnehmer verpflichtet, für die zugeordnete Denkweise Argumente zu finden.

In der Diskussion können die Teilnehmer ihre Rollen auch wechseln, dabei bleibt jedoch die Zuordnung einer Rolle oder eines Hutes zu einer Denkweise bestehen. Das zwingt automatisch zu einer wechselnden Ansicht und bricht so starre Schemata bei den Diskussionsteilnehmern auf. Jeder Blickwinkel wird betrachtet. Gerade komplexe Anforderungen können auf diese Weise schneller und effizienter gelöst werden als in herkömmlichen Meetings. Dabei spielt es keine Rolle, ob es um Start-Ups oder etablierte Unternehmen geht. Dass die Six Thinking Hats gleichzeitig einen gewissen Spaßfaktor besitzen, ist ein weiterer Vorteil.

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Die sechs Farben der Hüte

In Meetings kann es mitunter heiß hergehen und so manche Diskussion artet in Streit aus. Bei den Six Thinking Hats wird dies vermieden, indem jeder Hut eine Denkweise darstellt, welcher sich der jeweilige Träger in seinem Denkverhalten unterordnen muss. Aufgrund der unterschiedlichen Charaktere und Vorbildungen der verschiedenen Diskussionsteilnehmer entstehen so immer neue Ansichten zu einem Thema.

Der weiße Hut

Der Träger des weißen Hutes ist für die Faktendarlegung, den Ist-Zustand einer Situation, verantwortlich. Unter diesem Hut kommen keine Ideen oder Theorien zur Sprache, sondern nur bestehende Tatsachen. De Bono nutzt dafür auch die Metapher des „weißen Blattes“.

Der rote Hut

Mit dem roten Hut werden subjektive Denkweisen verbunden. Welche Gefühle und Emotionen ruft das Thema hervor? Hier geht es nicht um Rationalität. „Feuer und Wärme“ sind die weiteren Symbole hierzu.

Der schwarze Hut

Alle negativen Aspekte des Themas sammeln sich unter der Farbe Schwarz. Hier ist Kritik erwünscht, natürlich nur in sachlicher und objektiver Form. Von de Bono erhält dieses Segment auch die Bezeichnung: „Schwarzmalerei“.

Der gelbe Hut

Das Gegenteil zum schwarzen Hut findet sich unter dem gelben Hut. Alles, was das Thema an positiven Aspekten haben könnte, wird hier dargelegt. Jeder Diskussionsteilnehmer muss hierbei eine positive Wertung vornehmen, auch wenn es schwer fallen mag. „Sonnenschein“ ist die weitere Metapher de Bonos zu diesem Denkprozess.

Der grüne Hut

Hier wird es wirklich kreativ. Unter dem grünen Hut sind neue Ideen und Ansätze zum Thema erlaubt, selbst Irrationales kann hier eingebracht werden. De Bonos Metapher dazu: „Wachstum“.

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Der blaue Hut

Blau symbolisiert bei den Six Thinking Hats die Diskussionsführung. Hierzu kann im Vorfeld der Diskussion ein Moderator ernannt werden, der den blauen Hut ständig trägt. Der oder die Trägerin organisiert die Reihenfolge der Darlegungen, legt fest, ob ein Hut bzw. ein Themenschwerpunkt noch einmal aufgenommen wird, und fasst Ergebnisse zusammen. Der blaue Hut kann auch abwechselnd getragen werden, wobei dies bezüglich der Organisation nicht immer hilfreich ist. De Bonos Metapher: „Der blaue Himmel“ schließt die Reihe der Hüte ab.

Wie läuft eine Six Thinking Hats Diskussion ab?

Es müssen nicht wirklich farbige Hüte verwendet werden, um die Six Thinking Hats Methode umzusetzen. Trotzdem sollten zumindest Farbmarken gesetzt werden, etwa in Form von Armbändern oder Kärtchen, um die Rollenzuordnung im Auge behalten zu können. Der wichtigste Punkt ist, dass die Teilnehmer zu den abgegebenen Ansichten der Anderen neutral bleiben.

Stehen die Themenschwerpunkte fest, beginnt die Diskussion mit dem weißen Hut. Nacheinander werden von jedem Einzelnen die Fakten dargelegt und diese schriftlich, etwa auf einem Flipchart oder einem Whiteboard, festgehalten. Nun folgen der Reihe nach die weiteren Hüte. Letztlich fasst der Träger des blauen Hutes alles zusammen und streicht eventuell doppelte Meldungen. Nach einer weiteren Unterteilung in Pro und Contra kann der Moderator unter Umständen verlangen, den einen oder anderen Hut noch einmal aufzusetzen, um der Lösung näherzukommen.

Was sind die Vorteile der Six Thinking Hats?

Die Methodik der Six Thinking Hats lässt sich ohne großen Aufwand umsetzen. Durch die Fokussierung auf eine Sache sind die Teilnehmer gezwungen, ihre persönlichen Ansichten weitgehend außen vor zu lassen. Dies führt zu einer Konzentration auf die Themenschwerpunkte und unterbindet Nebenkriegsschauplätze, die viel Zeit und kreative Energie kosten.

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Im Weiteren bietet die Six Thinking Hats Methode folgende Vorteile:

Sprechen ohne das Risiko, verurteilt zu werden
neue Perspektiven werden erzeugt
fördert kreatives und kritisches Denken
Verbesserung der Kommunikation
leichtere Entscheidungsfindung
vielfältige Ansichten zu einem Thema
Förderung des unabhängigen Denkens
überwiegend objektive Argumentation
Steigerung der Toleranz gegenüber den anderen Teilnehmern
Sicherheit und Selbstbewusstsein der Teilnehmer steigen

Mit der Six Thinking Hats Methode steht eine Technik zur Verfügung, die weitaus bessere Ergebnisse als herkömmliche Diskussionsrunden erzielt. Festgefahrene Positionen lassen sich mit ihrer Hilfe auflösen, was letztlich hilft, Ressourcen zu sparen und Ziele kurzfristiger zu erreichen.

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