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Die Entwicklung der Jugendsprache – damals und heute

Das Internet hat nicht nur die technischen Möglichkeiten revolutioniert und öffnet uns seither unzählige Türen in die digitale Welt. Es wirkt sich scheinbar auch stark auf die Entwicklung unserer Sprache aus, vor allem die Jugendsprache verändert sich stetig.

Die Erfindung neuer Wörter

Manch einer könnte denken, dass bei der modernen Jugendsprache die Grammatik eindeutig auf der Strecke bleibt und fragt sich, ob Jugendliche Ausdrucksweisen wie „I bims“ tatsächlich in ihrem Alltag verwenden, um untereinander zu kommunizieren. Vor allem auf Social Media Kanälen wie Facebook, Twitter und Instagram läuft man diesen neumodischen Ausdrücken und „Redewendungen“ immer wieder über den Weg, ganz nach dem Motto „Man hat nur 1 Leben“. Auf ältere Generationen, die damals noch mit einer etwas eindeutigeren Jugendsprache aufgewachsen sind, macht es oft den Eindruck, als würden die Jugendlichen gerade erst versuchen Deutsch zu lernen. Und diese „älteren“ Generationen sind häufig gerade einmal in ihren Dreißigern. Auch unvollständige Halbsätze sind an der Tagesordnung. Doch wie kam es zu diesem Wandel?

Jugendsprache: der Identität Ausdruck verleihen

Es war eigentlich schon immer so, dass sich Jugendliche und Heranwachsende von ihren Eltern und anderen Erwachsenen abheben wollten. Was gibt es da geeigneteres, als sich einfach anders auszudrücken und damit eine ebenfalls andere Identität zum Ausdruck zu bringen. Während in den 50er Jahren Wörter wie „super“ oder „dufte“ recht einfache Synonyme für „toll“ oder „prima“ waren, sind die heutigen Ausdrücke und Jugendwörter für Außenstehende schon etwas schwieriger zu verstehen. „Cool“ und „geil“ scheinen mittlerweile nahezu ausgestorben zu sein und allmählich durch einen ganz anderen Teenie-Jargon ersetzt zu werden. Mit „läuft bei dir“ setzt man ein Zeichen, dass man zu einer hippen Generation gehört. Alle Jugendwörter der letzten Jahre sind im Übrigen auf BedeutungOnline.de zu finden, inklusive Erläuterung für alle, die den Durchblick verloren haben und sich auf den neuesten Stand bringen möchten.

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Die Wahl zum Jugendwort des Jahres

Dank Internet und sozialer Medien ist es heute kaum möglich, der Sprachentwicklung zu entkommen. Wer schon bei Rechtschreibreformen regelmäßig ins Straucheln kam, wird bei den Jugendwörtern der Neuzeit nur noch mit dem Kopf schütteln. Aber wie läuft die Wahl zum Jugendwort des Jahres eigentlich ab? Und wer kann daran teilnehmen? Seit dem Jahr 2008 gibt es diese Wahl bereits. Initiiert wurde das Ganze vom Langenscheidt-Verlag, der die Jugendwort-Wahl bis heute leitet und durch eine ausgewählte Jury die Entscheidung fällen lässt, welches Wort es ganz nach oben schafft. Vorschläge kann so ziemlich jeder online einreichen. Zu den Auswahlkriterien der Jury zählen:

  • Originalität
  • sprachliche Kreativität
  • gesellschaftliche wie kulturelle Ereignisse und
  • die Verbreitung der jeweiligen Wörter

Der Grundgedanke der Wahl

Die Wahl zum Jugendwort des Jahres ist nicht nur ein spaßiges Event, sie soll zudem auch die Entwicklung der Jugendsprache dokumentieren. Experten sind jedoch auch der Meinung, dass man nicht unbedingt davon ausgehen kann, dass Jugendliche in ihrer Freizeit auch wirklich so sprechen, zumindest nicht alle und auch nicht ständig. Anstatt wirklich ernstzunehmender Sozialforschung handelt es sich wohl eher um eine einfallsreiche Marketingstrategie, die dennoch den ein oder anderen zum Schmunzeln bringt. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass praktisch jeder Internet-Nutzer Vorschläge einreichen kann, egal in welchem Alter. Ein fundierter Beleg, dass Kinder und Jugendliche wirklich so reden, ist die Wahl zum Jugendwort des Jahres demnach nicht. Da sich unsere Sprache jedoch stetig weiterentwickelt, werden derlei Aufzeichnungen gerade auch für unsere Nachfahren dennoch interessant sein.

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